
Erfolgreicher Projektauftakt: Die Partner von „Voice-to-Report“ starten in die gemeinsame Umsetzung
23.03.2026Wie kann Künstliche Intelligenz Servicetechniker dabei unterstützen, ihre Arbeit direkt während des Einsatzes zu dokumentieren – ohne zusätzliche administrative Belastung am Ende eines langen Arbeitstages? Genau dieser Frage widmet sich das Forschungsprojekt Voice-to-Report. Bei der Statustagung am 10. Dezember 2025 wurde der Ansatz des Projekts unter dem Titel „KI zum Anfassen“ vorgestellt.
Die bei der Statustagung vorgestellte Präsentation gibt einen kompakten Einblick in die Herausforderungen heutiger Serviceberichterstattung, den Lösungsansatz von Voice-to-Report sowie die nächsten Schritte des Forschungsprojekts.
Vom Serviceeinsatz direkt zum Bericht
Der Arbeitstag eines Servicetechnikers endet heute häufig nicht mit der eigentlichen technischen Arbeit. Beobachtungen, durchgeführte Tätigkeiten und Arbeitsfortschritte müssen anschließend dokumentiert und in einem Servicebericht zusammengeführt werden.
In der Praxis basiert dieser Prozess noch häufig auf handschriftlichen Notizen und während des Einsatzes aufgenommenen Fotos. Diese Informationen müssen später auf einen Laptop übertragen, strukturiert und schließlich – oftmals in einer anderen Sprache – in einen Servicebericht überführt werden.
Gerade unter den anspruchsvollen Bedingungen im maritimen Service stellt dies eine zusätzliche Belastung dar. Lärm, Dunkelheit, Schmutz, Feuchtigkeit oder Arbeiten, bei denen beide Hände benötigt werden, erschweren eine unmittelbare Dokumentation zusätzlich.
Genau hier setzt Voice-to-Report an.
Dokumentieren, während die Arbeit entsteht
Das Ziel ist eine möglichst natürliche und nahtlose Erfassung von Informationen direkt während des Serviceeinsatzes.
Servicetechniker sollen ihre Arbeit künftig freihändig und in ihrer Muttersprache dokumentieren können. Gesprochene Informationen werden automatisch verarbeitet und transkribiert. Auf dieser Grundlage kann parallel zum Arbeitsfortschritt ein strukturierter englischsprachiger Bericht entstehen.
Auch Bilder werden Bestandteil dieses Prozesses: Sie sollen nicht nur dem Bericht zugeordnet, sondern mithilfe von KI inhaltlich ausgewertet und kontextualisiert werden.
Eine besondere Herausforderung im maritimen Umfeld ist die oftmals eingeschränkte oder fehlende Internetverbindung. Die Datenerfassung soll deshalb auch unabhängig von einer permanenten Online-Verbindung funktionieren und unter realistischen Bordbedingungen einsetzbar sein.
KI unterstützt nicht nur bei der Berichtserstellung
Voice-to-Report betrachtet dabei nicht nur den einzelnen Servicebericht.
Im Projekt werden verschiedene KI-Technologien miteinander kombiniert. Mehrsprachige Sprachmodelle und Speech-to-Text unterstützen bei der Verarbeitung gesprochener Informationen. Computer Vision ermöglicht es, Informationen aus Bildern zu erkennen. Text-Mining und semantische Suchverfahren sollen wiederum dazu beitragen, vorhandene Serviceberichte und das darin enthaltene Wissen miteinander zu verknüpfen.
Damit entsteht perspektivisch aus vielen einzelnen Serviceberichten eine nutzbare Wissensbasis.
Servicemitarbeiter könnten beispielsweise Informationen aus vergangenen Einsätzen semantisch durchsuchen, relevante Erfahrungen schneller finden und Ergebnisse in ihrer eigenen Sprache erhalten. Aus reiner Dokumentation wird damit zunehmend ein Werkzeug für den Wissensaufbau und Wissenstransfer.
Zwei Ebenen eines durchgängigen digitalen Serviceprozesses
Der vorgestellte Ansatz umfasst deshalb zwei eng miteinander verbundene Bereiche.
Im ersten Schritt steht die Unterstützung des Servicetechnikers während des Einsatzes im Mittelpunkt: freihändige Datenerfassung, automatische Transkription, Kontextualisierung von Bildern, KI-basierte Berichtsentwürfe, Bearbeitung und Informationsprüfung.
Darauf aufbauend geht es im zweiten Schritt um die Nutzung des entstandenen Wissens. Dazu gehören Übersetzung und Zusammenfassung, sprachgesteuerte Informationsabfragen, semantische Suche, Datenmanagement und Wissensaufbau sowie kontextbasierte Empfehlungen.
So entsteht eine durchgängige Verbindung von der Informationserfassung vor Ort bis zur späteren Nutzung des weltweit vorhandenen Servicewissens.
Weniger Dokumentationsaufwand, mehr Zeit für den Service
Mit Voice-to-Report sollen gleich mehrere Herausforderungen heutiger Serviceprozesse adressiert werden.
Die Zeit zwischen Serviceeinsatz und fertigem Bericht soll verkürzt und gleichzeitig die Aussagekraft der Dokumentation verbessert werden. Servicemonteure sollen von administrativen Tätigkeiten entlastet und ihre verfügbare Zeit stärker für ihre eigentlichen technischen Aufgaben genutzt werden können.
Darüber hinaus soll das vorhandene Servicewissen besser miteinander verknüpft werden. Davon können langfristig nicht nur Servicetechniker profitieren, sondern beispielsweise auch neue Mitarbeiter, erfahrene Experten und weitere Unternehmensbereiche.
Vom Workshop an Bord
Nach der konzeptionellen und technischen Entwicklung steht insbesondere die Erprobung unter realistischen Bedingungen im Mittelpunkt.
Für Frühjahr 2026 ist zunächst die Erprobung im Workshop vorgesehen. Anschließend soll der nächste entscheidende Schritt folgen: Ab Herbst 2026 geht Voice-to-Report an Bord eines Schiffes.
Damit bewegt sich das Projekt schrittweise vom technologischen Konzept in Richtung praktischer Anwendung.
Das Ziel bleibt dabei klar: Künstliche Intelligenz soll im Service nicht zusätzliche Komplexität schaffen, sondern im Hintergrund unterstützen – damit Informationen genau dort erfasst werden können, wo sie entstehen: direkt während der Arbeit.
Präsentation zur Statustagung
Weitere Informationen zum vorgestellten Ansatz, den geplanten Funktionen und den nächsten Projektschritten finden Sie in der vollständigen Präsentation:


