Mit dem Forschungsvorhaben „Voice-to-Report“ ist ein innovatives Projekt gestartet, das die Serviceberichterstellung in der maritimen Industrie grundlegend vereinfachen und beschleunigen soll. Beim ersten gemeinsamen Treffen kamen die drei Kernpartner Wärtsilä Deutschland, ADTANCE und Fraunhofer CML zusammen, um die inhaltlichen Schwerpunkte, die Zusammenarbeit im Projekt und die nächsten Entwicklungsschritte abzustimmen.
Im Mittelpunkt des Kick-offs stand die gemeinsame Vision: Serviceingenieure sollen künftig deutlich weniger Zeit für die manuelle Dokumentation ihrer Einsätze aufwenden müssen. Statt umfangreiche Berichte nach einem Einsatz händisch zu verfassen, soll ein KI-gestütztes Assistenzsystem Sprach- und Bildinformationen mithilfe von Wearables erfassen, intelligent verknüpfen und automatisiert in strukturierte Serviceberichte überführen. Ziel ist es, den Dokumentationsaufwand für ausgewählte Berichtstypen um bis zu 55 Prozent zu reduzieren.
Das erste Treffen machte deutlich, wie komplementär die Rollen im Konsortium verteilt sind: Wärtsilä Deutschland bringt die Anforderungen aus der Praxis und die Perspektive des späteren Anwenders ein, ADTANCE unterstützt als potenzieller Systemanbieter die Überführung in eine anwendungsnahe Lösung, und Fraunhofer CML verantwortet die wissenschaftlich-technologische Entwicklung zentraler KI-Komponenten. Dazu zählen insbesondere spezialisierte Sprachmodelle für maritime Fachbegriffe, multimodale Large Language Models zur Berichtsgenerierung sowie die Entwicklung eines intelligenten Verknüpfungsmoduls für eine spätere, durchsuchbare Wissensbasis.
Ein erster Projektstatus zeigt bereits klar die Richtung der Zusammenarbeit: Zu Beginn stehen die präzise Aufnahme der fachlichen Anforderungen, die Definition geeigneter Berichtstypen und die Festlegung der relevanten Datenquellen im Fokus. Parallel wird die Grundlage dafür geschaffen, Sprach- und Bildinformationen aus realen Servicekontexten so nutzbar zu machen, dass daraus standardisierte, qualitativ hochwertige und später auswertbare Berichte entstehen können. Damit adressiert das Projekt nicht nur den hohen Zeitaufwand in der Dokumentation, sondern auch die bislang häufig uneinheitliche Qualität und eingeschränkte Auswertbarkeit von Serviceberichten.
Über die reine Effizienzsteigerung hinaus verfolgt „Voice-to-Report“ einen weitergehenden Ansatz: Aus den entstehenden Berichten soll schrittweise eine belastbare Wissensbasis aufgebaut werden. Diese kann künftig dazu beitragen, Serviceeinsätze besser vorzubereiten, Erfahrungswissen systematisch zu sichern und zusätzliche Mehrwerte für Folgeprozesse wie Serviceplanung oder Vertrieb zu schaffen.
Das Projekt läuft vom 1. Juli 2025 bis 30. Juni 2028 und wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) im Rahmen des Maritimen Forschungsprogramms gefördert. Gemeinsam mit weiteren assoziierten Partnern aus Reedereien, Werften, Klassifikationsgesellschaften und angrenzenden Branchen schaffen die drei Kernpartner damit eine starke Basis, um innovative KI-Lösungen in die maritime Servicepraxis zu bringen.
Mit dem erfolgreichen ersten Treffen ist der Grundstein gelegt. Nun beginnt die konkrete Projektarbeit – mit dem gemeinsamen Ziel, Serviceberichterstellung smarter, schneller und zukunftsfähiger zu machen.

